„Wir wollen mit unseren Gästen darüber ins Gespräch kommen, wie die ‚Wende‘ sich in Ost und West vollzogen hat.“ Mit diesem unscheinbaren Satz wurde die Auftaktveranstaltung zur Predigtreihe 2020 angekündigt.
Was dann in gut zwei Stunden Holger Werkmeister aus Langenstein im Landkreis Harz, Bernd von der Heide aus Bornum um Pfarrer Olaf Schäper an persönlichen Eindrücken und Erlebnissen von den Tagen des Mauerfalls und der Grenzöffnung schilderten sowie rückblickend bewerteten, weckte Emotionen in der gut gefüllten Peter und Paul Kirche Börßum.
Gespannte Stille bei den teilweise sehr persönlichen und eindrücklichen Schilderungen, geweckte Erinnerungen bei vielen und dem Vernehmen nach auch Gänsehaut bei einigen Zuhörerinnen und Zuhören.
Die eindrucksvollen Schilderungen von Holger Werkmeister, wie er im Morgengrauen des 11. November 1989 seinen papyrusfarbenen Trabbi auf einer Wiese in Stapelburg unter einem Apfelbaum parkte und noch im Morgengrauen als erster Ossi mit seinem Vater in Goslar vor der Kaiserpfalz stand. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Wende mit Massenentlassungen in der ehemaligen DDR, der Aufbau funktionierender Verwaltungsstrukturen – es war eine Zeitreise durch die vergangenen 30 Jahre.
Dass auch an vielen Stellen neben Hartnäckigkeit auch eine gehörige Portion Glück erforderlich war, an der richtigen Stelle zur richtigen Zeit seine Forderungen und Visionen vorzubringen, machte auch Bernd von der Heide deutlich, der die gewohnten Strukturen einer niedersächsischen Schulverwaltung verließ und vom Kranichgymnasium in Salzgitter nach Osterwieck wechselte, um dort das Fallsteingymnasium aufzubauen. Er konnte von 22 Jahren Aufbauarbeit und Zusammenwachsen, aber auch erforderlichen Prozessen des Umdenkens berichten.
Der nach der Wende mit Wurzeln im tiefen Westen seinen Dienst einige Jahre in Hasselfelde als Pfarrer tätige Olaf Schäper konnte neben eigenen Eindrücken auch viele Aspekte aus Sicht der Bürgerinnen und Bürger schildern, wie diese die Wende und die strukturellen Veränderungen erlebt, durchlebt und verkraftet haben. Insbesondere sein Blick auf die Regionen der ehemaligen DDR, die nunmehr zur Landeskirche in Braunschweig gehören, war analysierend-kritisch und gab viele Impulse, die zum Nachdenken anregten.
Die von Pf. Frank Ahlgrim und Pfn. Sonja Achak moderierte Auftaktveranstaltung war so lebendig, vielfältig und nachdenkenswert, dass man sie inhaltlich hier in einem redaktionellen Beitrag kaum wiedergeben kann.
Pf. Daniel Maibom, der die Begrüßung und den Abendsegen übernommen hatte lud alle ein, sich in den kommenden Wochen in den Gottesdiensten der Predigtreihe auf die dann thematisierten Aspekten „Enttäuschung und Hoffnung“, „Dankbarkeit“, „Versöhnung – Sind wir eins?“ und „Der Gott der Freiheit und das Murren des Volkes“ einzulassen.
Der gemeinsame Abschlussgottesdienst der Predigtreihe ist am Sonntag, dem 23. Februar 2020 um 17 Uhr in der Hornburger Kirche.
Die Termine der Gottesdienste sind den in den Kirchen ausliegenden und auf der Website zum Download bereit gestellten Flyern (sowie selbstverständlich der Printversion des Gemeindebriefes Kirche.Wir) zu entnehmen.
Flyer -> hier downloaden zum selber Ausdrucken
oder
-> zum online durchblättern






